Karmir Blur

Karmir Blur, der Rote Hügel, ist eine alte Festung aus urartäischer Zeit. Diese Stadt wurde zur Hauptstadt der nördlichen Provinz von Urartu und diente als Wirtschafts- und Verwaltungszentrum, von dem aus die Waren in die eigentliche Hauptstadt des Reiches, nach Tuschpa am Van-See, weitergeleitet wurden. 

König Rusa II liess sie im ersten Viertel des 7. Jh. v. Chr. errichten, um den Verlust vom einige Kilometer südwestlich gelegenen Erebuni wettzumachen. Meder und Skythen plünderten und brannten sie um das Jahr 590 nieder. Doch ist sie trotz dieser Verheerungen bis auf den heutigen Tag dank der festgefügten Grundmauern gut erhalten.

Die Stadt selbst bedeckte eine Fläche von ca. 30 Hektar. Sie war um einen grossen Hof angelegt worden, durch den man zum Hauptgebäude gelangte. Dieses beherbergte ca. 150 Räumlichkeiten: Kammern, Werkstätten, Warenlager, Getreidespeicher. Die erstaunliche Geräumigkeit der Lagerhallen, so wie auch Fülle und Vielfalt der vorgefundenen Nahrungsmittel (Getreide, Obst, Wein, Öl, Bier) zeugen vom Wohlstand des Araks-Tales, das die Urartäer klug zu verwalten wussten.

Archäologische Ausgrabungen haben auf dem Gelände der Festung reiche Funde zu Tage gefördert: Keramikscherben, aus Bronze und Elfenbein gefertigte Statuen und Gegenstände, Waffen und Rüstungen aus Bronze und Eisen, so wie zahlreiche Verwaltungsdokumente.